Was machen Bio-Kaffeebauern und -bäuerinnen anders?

Seit das koffeinhaltige Ausgussgetränke im 17. Jahrhundert seinen Siegeszug durch Europa und die westliche Welt antrat, ist die Kaffeebohne zu einem der wichtigsten Handelsgüter der Welt geworden. Ziemlich genauen Schätzungen von Handelsorganisationen nach werden weltweit jedes Jahr mehr als zehn Millionen Tonnen Kaffeebohnen geerntet.
Nur etwa 20 % davon sind Bio-Kaffee – aber immerhin mit stark steigender Tendenz. Da der Kaffeestrauch meist nur in bestimmten tropischen Ländern und Klimazonen wächst, ist ein umweltschonender Anbau besonders wichtig. Nicht erst seit Fridays for Future und dem brennenden Amazonas wissen die meisten Menschen, dass der Regenwald als Lunge und CO2-Speicher der Erde gilt. 

Während der Kaffeestrauch ursprünglich einzeln und im Schatten großer Bäume kultiviert wurde, ist die „moderne“ Agro-Industrie dazu übergegangen Monokulturen auf gerodetem Regenwaldflächen anzulegen. Damit kann die weltweite Nachfrage besser bedient werden und außerdem ist die maschinelle Bearbeitung billiger. Die Nebenwirkungen für Mensch und Umwelt sind aber drastisch. Der großflächige Einsatz von Mineraldüngern und chemischen Pestiziden in riesigen Monokulturen schädigt die Böden und das Grundwasser und dezimiert die ursprüngliche Artenvielfalt. 

Mischkulturen machen den Boden fruchtbar und fördern die Artenvielfalt

Wer sich auch für die Folgen seines Kaffeekonsums interessiert, greift also zur umweltfreundlicheren Variante: Bio-Kaffee. Die EU Bio-Verordnung schreibt vergleichsweise schonende Anbaumethoden vor wie z.B.:

  • Verbot von Monokulturen: Die Kaffeepflanzen müssen in Mischkultur mit anderen Nutzpflanzen, darunter Kakao, Avocado, Bananen oder Kokospalmen, angebaut werden. Das fördert die Artenvielfalt und kommt der Bodenfruchtbarkeit zugute.
    Die Plantagen aus denen Boscoverde seinen Rohkaffee bezieht, arbeiten mit sogenannten Agroforstsystemen mit Schattenbäumen. Diese naturnahen Agroforstsysteme mit Kaffee leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des tropischen Waldgürtels und als CO2-Speicher. Studien belegen, dass ökologische Schattenkaffeepflanzungen viel mehr Kohlenstoff binden als Kaffeeplantagen ohne Schattenbäume. 
  • Gentechnik, mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pestizide und sind ausnahmslos nicht erlaubt. Vom Verbot der Chemikalien profitieren nicht nur Pflanzen und Insekten sondern vor allem auch die auch die Plantagen-Arbeiterinnen und Arbeiter. Denn üblicherweise hantieren diese im konventionellen Anbau ohne Schutzkleidung regelmäßig mit der Chemiespritze bzw. erledigen alle Arbeiten barfuß in den Plantagen. 
    Unsere Kaffeebauern aus Peru in der Kooperative Pangoa haben z.B. seit 2008 ihr eigenes Trainingsprogramm für die organische Düngerproduktion. Dabei machen sie sich die natürlichen, heimischen Mikroorganismen aus den Bergen Perus zunutze. Eine autochthone Pflanze wird dafür verwendet, die wichtigen Mikroorganismen in die fruchtbaren Böden zu bekommen. Seit der Umstellung auf Bio werden keine chemisch-synthetischen Dünge- oder Spritzmittel mehr verwendet und die Bauern der Kooperative haben sich zur ständigen Verbesserung der Wirtschaftsweise verpflichtet.
  • Händische Ernte: Im konventionellen Kaffeeanbau werden Erntemaschinen eingesetzt, die alle Äste ohne Rücksicht auf Reife oder nicht kahl rupfen. Im Bio-Anbau setzt man auf Handarbeit und Selektion. Beim manuellen Pflücken kommen nur wirklich reife Früchte in den Korb und der Strauch wird geschont. Dieser Aufwand ist zwar teurer, aber er führt in der Regel zu einer besseren Qualität.

By the way – Bio heißt nicht gleich faire Bezahlung. Daher ist uns auch Fairness wichtig! 

Unabhängig von den umweltschonenden Anbau- und Erntemethoden ist für uns noch ein weiteres Merkmal wichtig: Fairness für die Bauern. Faire Arbeitsbedingungen und faire Löhne sind im globalen Kaffeeanbau genauso wenig üblich wie umweltschonender Anbau. Für uns gehört aber Fairness zu den Produzenten zu unserem Selbstverständnis und unserem Anspruch. Wir beziehen daher unseren Rohkaffee entweder aus Fairtrade zertifizierten Kooperativen oder wir kennen die Situation und Bezahlung vor Ort persönlich. 

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